Vorberichte

Betontod – „Wir fangen jetzt erst an!“

Betontod – „Wir fangen jetzt erst an!“: Nach über 30 Jahren ist hier noch lange nicht Schluss

Andere Bands würden nach mehr als drei Jahrzehnten vielleicht langsam über eine Abschiedsrunde nachdenken. Betontod machen offenbar das Gegenteil: „Wir fangen jetzt erst an!“ heißt ihre Tour 2026. Am 17. Oktober kommt die Punkrock-Truppe in die Berliner Columbiahalle – und mit den Rogers steht ein Special Guest auf dem Programm, der hervorragend zu diesem Abend passt.

Betontod gehören zu den Dauerläufern der deutschen Punkrock-Szene.

Die Band aus Rheinberg existiert bereits seit Anfang der 1990er-Jahre und hat sich ihren Platz nicht über Nacht erspielt. Stattdessen ging es über Clubs, Jugendzentren und kleinere Bühnen Stück für Stück nach oben – bis hin zu großen Festivals und ausverkauften Hallen.

Dabei ist Betontod ihrem Grundrezept ziemlich treu geblieben: Punkrock, eingängige Refrains, klare Haltung und Songs, die live möglichst nicht nur von der Bühne kommen sollen.

Denn spätestens wenn ein ganzer Saal mitsingt, wird aus einem Konzert schnell eine ziemlich große gemeinsame Angelegenheit.

Zwischen Punkrock, Haltung und ordentlich Druck

Betontod waren nie die Band für besonders komplizierte Umwege.

Songs wie „Traum von Freiheit“, „Küss mich“, „Keine Popsongs“ oder „Alles“ zeigen ziemlich gut, wie breit die Band inzwischen aufgestellt ist.

Da gibt es politische und gesellschaftliche Themen genauso wie persönliche Geschichten, Freundschaft, Wut oder schlicht die Lust darauf, das Leben nicht komplett an sich vorbeiziehen zu lassen.

Musikalisch darf es dabei melodisch werden – nur eben selten zahm.

Gerade live funktioniert diese Mischung besonders gut. Große Refrains sind schließlich wesentlich sinnvoller, wenn ein paar hundert oder tausend Menschen sie zurück auf die Bühne brüllen.

„Wir fangen jetzt erst an!“

Der Titel der Tour klingt nach über 30 Jahren Bandgeschichte fast ein bisschen frech.

Und genau deshalb passt er.

„Wir fangen jetzt erst an!“ ist keine nostalgische Überschrift für eine Band, die ihre Vergangenheit verwaltet. Betontod stehen weiterhin auf Bühnen, veröffentlichen Musik und behandeln ihre lange Geschichte eher als Fundament denn als Endpunkt.

Natürlich dürfen die bekannten Songs dabei nicht fehlen. Aber ein Betontod-Abend lebt ohnehin weniger davon, jedes Stück ehrfürchtig zu betrachten.

Hier soll gesprungen, geschwitzt und mitgesungen werden.

Punkrock eben. Der darf ruhig ein bisschen unordentlich sein.

Rogers machen den Abend noch eine Spur lauter

Mit Rogers haben Betontod außerdem einen Special Guest dabei, bei dem niemand erst überlegen muss, ob das musikalisch zusammenpasst.

Die Düsseldorfer bewegen sich ebenfalls zwischen Punkrock und Alternative, verbinden eingängige Melodien mit gesellschaftlichen Themen und bringen live reichlich Energie mit.

Das bedeutet für Berlin vor allem eines:

Pünktlich kommen.

Denn Rogers sind definitiv mehr als musikalisches Wartezimmer, bis der Hauptact endlich auf die Bühne kommt.

Betontod und Rogers live in Berlin

Am Samstag, den 17. Oktober 2026, kommt die „Wir fangen jetzt erst an! Tour“ in die Columbiahalle Berlin.

Betontod – Wir fangen jetzt erst an! Tour 2026
Special Guest: Rogers

17. Oktober 2026
Columbiahalle, Berlin
Beginn: 20:00 Uhr

Bühnenblitz meint:

Über 30 Jahre Bandgeschichte und dann eine Tour „Wir fangen jetzt erst an!“ zu nennen, hat schon einen gewissen Charme.

Vor allem aber ist Betontod eine Band, bei der wir uns nur schwer vorstellen können, dass das Publikum zwei Stunden brav mit verschränkten Armen herumsteht. Dafür sind die Refrains zu groß, die Gitarren zu laut und der Punkrock-Anteil eindeutig zu hoch.

Dass mit Rogers auch noch ein Special Guest dabei ist, der selbst problemlos einen ganzen Club auf links drehen kann, macht die Sache nicht unbedingt ruhiger.

Wer am nächsten Morgen ohne heisere Stimme aufwacht, muss sich deshalb möglicherweise unangenehme Fragen gefallen lassen.

Columbiahalle, Betontod und Rogers an einem Samstagabend – sauber und gesittet wäre da irgendwie auch Verschwendung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert