Razorlight – 20 Jahre „Razorlight“
Razorlight – 20 Jahre „Razorlight“: Indie-Rock mit ordentlich „America“ im Gepäck
Manche Songs brauchen nur ein paar Sekunden und plötzlich ist man wieder mitten in den 2000ern. Bei Razorlight funktioniert das ziemlich zuverlässig. Am 14. November 2026 kommen die britischen Indie-Rocker in den Heimathafen Neukölln – und diesmal haben sie einen ziemlich guten Grund zum Feiern: Ihr Erfolgsalbum „Razorlight“ wird 20 Jahre alt.
Als britischer Indie-Rock plötzlich überall war
Anfang der 2000er war Großbritannien ein ziemlich guter Ort für Gitarren.
Mitten in dieser Zeit gründete Johnny Borrell 2002 Razorlight. Bereits zwei Jahre später erschien das Debütalbum „Up All Night“ – und aus einer jungen Londoner Band wurde ziemlich schnell ein Name, an dem man im britischen Indie-Rock kaum noch vorbeikam.
Songs wie „Golden Touch“, „Somewhere Else“ und „Vice“ machten deutlich, wohin die Reise ging.
Der richtig große Knall sollte allerdings noch kommen.
„Razorlight“ macht die Band endgültig groß
2006 erschien das zweite Album schlicht unter dem Titel „Razorlight“.
Und dieses Ding hatte es in sich.
Das Album landete auf Platz eins der britischen Charts, erreichte mehrfachen Platinstatus und brachte mit „America“ den wohl größten Hit der Band hervor.
Dazu kamen Songs wie „In the Morning“, „Before I Fall to Pieces“ und „I Can’t Stop This Feeling I’ve Got“.
Plötzlich waren Razorlight nicht mehr nur Teil einer ziemlich lebendigen Indie-Szene. Sie waren mittendrin im Mainstream.
Und genau dieses Album steht 2026 wieder im Mittelpunkt.
Einmal das komplette Album, bitte
Zum 20. Jubiläum von „Razorlight“ geht die Band auf Tour und spielt das Album in voller Länge.
Das bedeutet für Berlin: Nicht nur einzelne Songs werden zwischen anderen Hits hervorgeholt – das komplette Werk bekommt noch einmal seinen Platz auf der Bühne.
Gerade bei einem Album, das so eng mit einer bestimmten musikalischen Ära verbunden ist, kann das ziemlich spannend werden.
Denn spätestens bei „America“ dürfte der Heimathafen kaum noch besonders leise sein.
Zurück in einer ganz besonderen Besetzung
Die Geschichte von Razorlight verlief nach den großen Erfolgen allerdings alles andere als geradlinig.
Es gab Trennungen, Umbesetzungen und längere Phasen, in denen die frühere Konstellation der Band Geschichte zu sein schien.
2021 passierte dann etwas, mit dem viele Fans wohl kaum noch gerechnet hatten: Johnny Borrell, Andy Burrows, Björn Ågren und Carl Dalemo fanden wieder zusammen.
Damit stand jene Besetzung wieder gemeinsam auf der Bühne, die maßgeblich für die erfolgreichste Zeit von Razorlight verantwortlich war.
Und es blieb nicht bei Nostalgie.
„Planet Nowhere“ – zurück, aber nicht stehen geblieben
2024 erschien mit „Planet Nowhere“ schließlich wieder neues Material.
Das ist für die Geschichte der Band fast genauso wichtig wie die Reunion selbst.
Denn eine Band kann sich wieder zusammentun, ein paar alte Hits spielen und anschließend wieder verschwinden.
Razorlight entschieden sich für einen anderen Weg.
Sie gingen wieder ins Studio.
Damit trifft bei den aktuellen Shows eine Band auf ihre eigene Vergangenheit, die gleichzeitig längst wieder ein neues Kapitel aufgeschlagen hat.
Vom großen Hit in den Heimathafen
Für Berlin wurde mit dem Heimathafen Neukölln außerdem eine Location gewählt, die deutlich intimer ist als irgendeine riesige Arena.
Und gerade das könnte dem Abend ziemlich guttun.
Razorlight-Musik lebt schließlich nicht von gigantischen Bühneneffekten. Sie lebt von Gitarren, Melodien, Johnny Borrells Stimme – und Songs, die erstaunlich wenig brauchen, um sofort wieder im Kopf zu sein.
Am 14. November bekommt Berlin davon eine ziemlich konzentrierte Portion.
Razorlight – 20th Anniversary Tour
Samstag, 14. November 2026
Beginn: 20:00 Uhr
Heimathafen Neukölln
Karl-Marx-Straße 141, 12043 Berlin
Bühnenblitz meint:
Zwanzig Jahre. Das klingt erstmal erschreckend – vor allem, wenn man „America“ noch immer gedanklich unter gar nicht so lange her abgespeichert hat.
Tja. War wohl doch länger her.
Aber genau deshalb kann so eine Jubiläumstour richtig Spaß machen. Razorlight holen nicht einfach irgendeine Greatest-Hits-Playlist aus der Schublade, sondern stellen das Album ins Zentrum, das ihre Karriere endgültig auf eine andere Ebene gehoben hat.
Dazu kommt die wiedervereinte Besetzung aus ihrer erfolgreichsten Phase und eine Location, in der zwischen Band und Publikum nicht gefühlt drei Postleitzahlen liegen.
Ein bisschen 2006 mitten in Berlin? Können wir mit leben. Sehr gut sogar.
