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JEREMIAS & Ensemble

JEREMIAS & Ensemble – Wenn Indie-Pop plötzlich Philharmonie kann

JEREMIAS sind eigentlich dort zu Hause, wo getanzt, mitgesungen und sich irgendwo zwischen Funk, Indie und Pop verloren wird. Im Oktober 2026 tauscht die Band den üblichen Konzert-Rahmen jedoch gegen etwas Besonderes: Gemeinsam mit einem Ensemble bekommen ihre Songs neue Arrangements mit Klavier, Bläsern und Streichern. Am 28. Oktober endet die „JEREMIAS & Ensemble – Tour 2026“ im Großen Saal der Berliner Philharmonie.

JEREMIAS haben in den vergangenen Jahren einen ziemlich schnellen Weg nach oben hingelegt.

Die vier Musiker aus Hannover entwickelten einen Sound, der sich irgendwo zwischen Indie-Pop, Funk, Disco und melancholischen Momenten bewegt. Dabei können ihre Songs gleichzeitig leicht und nachdenklich klingen – Musik zum Tanzen, bei der man gelegentlich erst später merkt, dass der Text eigentlich gerade eine ganz andere Richtung eingeschlagen hat.

Mit Songs wie „Grüne Augen lügen nicht“, „golden hour“ oder „hdl“ hat sich die Band längst ein großes Publikum erspielt.

Normalerweise bedeutet JEREMIAS live Bewegung, Energie und ziemlich viele Menschen, die ihre Texte erstaunlich sicher mitsingen können.

2026 wird es allerdings etwas anders.

Eine Band bekommt plötzlich Streicher

Dass JEREMIAS klassische Instrumente in ihre Musik einbauen, ist nicht völlig neu.

Schon zuvor hat die Band bei Konzerten mit zusätzlichen Musikerinnen und Musikern gearbeitet und eigene Songs um Klavier, Bläser und Streicher erweitert.

Für die „JEREMIAS & Ensemble – Tour 2026“ wird daraus nun ein komplettes Konzept.

Gemeinsam mit Klavier, Trompete, Cello, Posaune, Geige und Bratsche gehen JEREMIAS im Oktober auf Tour.

Und das dürfte den bekannten Songs eine ziemlich andere Farbe geben.

Denn Streicher können einen ohnehin emotionalen Song plötzlich noch größer machen. Ein Bläsersatz kann aus einem zurückhaltenden Moment etwas völlig Neues bauen – und Stücke, die man längst kennt, wirken durch ein anderes Arrangement manchmal fast wie neue Songs.

Nicht einfach Band plus Orchester

Genau darin liegt der interessante Punkt dieses Abends.

Es geht nicht darum, hinter eine Popband einfach ein paar klassische Instrumente zu setzen, damit alles automatisch bedeutungsvoller aussieht.

Die Songs müssen dafür funktionieren.

Bei JEREMIAS gibt es genügend ruhige, melancholische und atmosphärische Passagen, die sich für solche Arrangements geradezu anbieten. Gleichzeitig bleibt die Band selbst bestehen – und damit hoffentlich auch jener Groove, der ihre Musik ausmacht.

Indie-Pop darf schließlich auch in einer Philharmonie noch Indie-Pop bleiben.

Nur eben mit Cello.

Und gegen ein Cello können selbst wir wenig sagen.

Tourabschluss in der Berliner Philharmonie

Die Tour führt JEREMIAS bewusst in besondere Konzertsäle – darunter auch die Hamburger Elbphilharmonie.

Das Finale findet schließlich in Berlin statt.

Am Mittwoch, den 28. Oktober 2026, stehen JEREMIAS gemeinsam mit ihrem Ensemble im Großen Saal der Philharmonie Berlin.

Ein ziemlich deutlicher Kontrast zu einem klassischen Clubkonzert – und gerade deshalb spannend.

Hier dürfte weniger die Frage sein, wie groß der Moshpit wird.

Wir tippen vorsichtig auf: überschaubar.

Dafür bietet der Saal einen Rahmen, in dem Feinheiten hörbar werden können, die bei einer normalen Show vielleicht untergehen.

JEREMIAS & Ensemble – Tour 2026

28. Oktober 2026
Großer Saal, Philharmonie Berlin
Beginn: 20:00 Uhr

Bühnenblitz meint:

Wir mögen Konzerte, bei denen eine Band etwas mit ihren eigenen Songs anstellt, statt einfach dieselbe Show in eine andere Halle zu tragen.

Und JEREMIAS mit Klavier, Trompete, Cello, Posaune, Geige und Bratsche in der Berliner Philharmonie gehört definitiv in diese Kategorie.

Natürlich ist das weit entfernt von unserer üblichen Schädel-und-Gitarren-Fraktion. Aber genau deshalb gehört so ein Abend für uns ebenfalls in einen Konzertkalender.

Spannend wird vor allem, ob das Ensemble den Songs lediglich mehr Größe gibt – oder ob einige Stücke dadurch tatsächlich einen völlig neuen Charakter bekommen.

Und mal ganz nebenbei: Als Indie-Band irgendwann im Großen Saal der Berliner Philharmonie zu stehen, ist auch eine dieser Stationen, bei denen man kurz zurückblicken und feststellen darf, dass in den letzten Jahren offenbar einiges ziemlich richtig gelaufen ist.

Am 28. Oktober darf also ausnahmsweise nicht die Wand aus Gitarren Gänsehaut machen – sechs zusätzliche klassische Instrumente bekommen ihre Chance.

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