Vorberichte

The Sisters of Mercy – Live in Berlin 2026

Wenn Dunkelheit ihren eigenen Sound bekommt

Es gibt Bands, deren Musik untrennbar mit einer bestimmten Atmosphäre verbunden ist. Bei The Sisters of Mercy reichen ein tiefer Bass, eine treibende Rhythmik und die unverwechselbare Stimme von Andrew Eldritch – und plötzlich wird es ein bisschen dunkler im Raum.

Seit mehr als vier Jahrzehnten ziehen The Sisters of Mercy ihr Publikum in diese besondere Welt. Am 19. Oktober 2026 kehren sie nach Berlin zurück und bringen ihren düsteren Sound in die Columbiahalle.

Eine Band, die sich nie in eine Schublade stecken ließ

Anfang der 1980er-Jahre entstanden The Sisters of Mercy im englischen Leeds. Was damals begann, entwickelte sich zu einem Sound, der bis heute zahlreiche Bands beeinflusst.

Post-Punk, Rock, elektronische Elemente und eine ordentliche Portion Dunkelheit verschmolzen zu etwas Eigenem. Oft fällt im Zusammenhang mit der Band der Begriff Gothic Rock – eine Einordnung, mit der Andrew Eldritch selbst bekanntlich nie besonders viel anfangen konnte.

Vielleicht passt gerade deshalb bis heute keine Schublade so richtig.

Songs wie „Temple of Love“, „Lucretia My Reflection“, „This Corrosion“ oder „Dominion/Mother Russia“ haben längst ihren festen Platz in der dunkleren Rockgeschichte gefunden.

Keine Nostalgieshow

Wer bei einer Band mit einer derart langen Geschichte einen gemütlichen Rückblick auf vergangene Zeiten erwartet, dürfte bei The Sisters of Mercy falsch sein.

Ihre Konzerte leben nicht davon, die 80er möglichst originalgetreu zurückzuholen. Die Songs wirken live rauer, direkter und manchmal beinahe kompromisslos. Dazu kommen Licht und Nebel, die bei Sisters-Shows nicht bloß Dekoration sind, sondern fast schon zum Gesamtbild gehören.

Und mittendrin steht Andrew Eldritch – Sonnenbrille inklusive und mit einer Stimme, die seit Jahrzehnten eines der wichtigsten Erkennungsmerkmale der Band ist.

Die Columbiahalle wird dunkel

Für Berlin führt der Weg diesmal in die Columbiahalle. Ein Ort, an dem der massive Sound der Sisters ordentlich Raum bekommen dürfte, ohne dass die Distanz einer großen Arena entsteht.

Bevor The Sisters of Mercy übernehmen, werden Soft Palms den Abend eröffnen.

Danach dürfte es endgültig dunkel werden – musikalisch zumindest.

The Sisters of Mercy – Live 2026
19. Oktober 2026 | Columbiahalle Berlin
Beginn: 20:00 Uhr | Einlass: 18:30 Uhr

Bühnenblitz meint

The Sisters of Mercy sind so eine Band, bei der das Wort „Kult“ ausnahmsweise nicht völlig übertrieben wirkt. Sie haben einen Sound geschaffen, der Jahrzehnte später noch immer sofort erkannt wird – und Generationen von Musikern beeinflusst hat.

Dabei müssen sie weder ihre Vergangenheit nachspielen noch so tun, als wären die letzten 40 Jahre nicht passiert.

Am 19. Oktober treffen in der Columbiahalle Klassiker, Dunkelheit und diese ganz eigene Sisters-Atmosphäre aufeinander. Und spätestens wenn die ersten Töne von „Temple of Love“ oder „This Corrosion“ durch die Halle gehen, dürfte ziemlich klar sein, warum diese Band noch immer ihr Publikum findet.

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